Biologie

Wölfe (Canis Lupus)

(derzeit baue ich zunächst die Seite für Wölfe auf, um ein Standard für die Seiten anderer Wildtiere zu entwickeln.)

Insbesondere beim Verhaltensspektrum des Wolfes, sollte man pauschale Beschreibungen vermeiden. Wölfe sind sehr vielseitig, anpassungsfähig, neugierig und vorsichtig. Aber jeder Wolf hat einen individuellen Charakter.

Biologie

Wolfbeschreibung

auf dem Foto sieht man eine Wölfin (Fähe) im Winterfell. Im Sommerfell sehen Wölfe sehr viel schlanker fast mager an. Insbesondere nach dem Fellwechsel.

Gewicht: Rüde 35-60kg, Fähe 30-45kg

Paarungszeit: Februar

Tragzeit und Geburtszeit: 62-64 Tage, Ende April- Anfang Mai

Wurfgröße: 1-10 Welpen (wie Hunde)

Mortalitätsrate der Jungwölfe: (50-100%)

Sozialstruktur: Familienstruktur (Wolfsrudel = Wolfsfamilie), in der Regel aus zwei erwachsenen Wölfen und deren Welpen und Jungwölfe bestehend. Wir sprechen heutzutage nicht mehr von geschlechtlich getrennten strengen hierarchischen Strukturen mit zwei Alphatieren, sondern von Familienstrukturen mit den beiden Elterntiere als “Familienoberhaupt”. Das Wolfspärchen bleibt über viele Jahre konstant beisammen, solange bis sich gravierende Änderungen ereignen. Ein Rudel besteht in der Regel nicht aus mehreren erwachsenen Wölfen. Trotzdem gibt es auch diese Alternative. In Europa ist eine solche Rudelstruktur aber ungewöhnlich. Allerdings können sich, nach meinen langjährigen Beobachtungen in Rumänien, zwei benachbarte Wolfsfamilien für eine gewissen Zeit zusammentun.

soziales System: das soziale System der Wölfe gehört unzweifelhaft zu am höchsten entwickelten Sozialsystemen im Reich der Wildtiere. Dieses System ist im Grundsatz sehr ähnlich dem von uns Menschen selbst. Es gilt als nahezu kompatibel. Das kann einer der Gründe sein, warum Wölfe zu den ersten Wildtieren zählen die von unseren Vorfahren zu nützlichen Haustieren domestiziert worden sind. Alle Wölfe, also die beiden Erwachsenen Elterntiere und die aktuellen Jährlinge/Jungwölfe helfen bei der Aufsicht der Welpen und bei Nahrungsbeschaffung für das gesamte Rudel mit. Es gibt ebenfalls Beobachtungen die zeigen, dass sich Wölfe gegenseitig helfen können in Notsituationen. Dieses ausgeprägte soziale System und ihre Intelligenz, die als hoch entwickelt gilt, befähigt Wölfe sowohl als Team zu handeln, als auch als Einzeltier. Je nach Situation und Bedürfnis.

Nahrungsspektrum: von der Maus bis zum Elch, Bison, sogar einige Bärenarten, gelegentlich einige Vogelarten, Fisch, Aas und Lebensmittelreste können zum Nahrungsspektrum des Wolfes gehören. Dazu gehören genießen Wölfe auch  Obstarten, insbesondere Beeren. Da sämtliche Nutz- und Haustiere in dieses Spektrum fallen, können diese ebenfalls betroffen sein. Die tatsächliche Nutzung ist insbesondere von der Erreichbarkeit und Häufigkeit abhängig.

Territorialität: Jedes Wolfsrudel hat ein eigenes Revier. Innerhalb des Revieres lebt kein weiteres Wolfsrudel. Kleinere Überlappungsbereiche sind nicht unüblich. Ein vorübergehender Zusammenschluss zweier Wolfsrudel und deren Territorien kommt vor. Ebenso können benachbarte Rudel bei Begegnungen ihr Revier verteidigen, oder es kann zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommen bis hin zu tödlichen Folgen. Alle Alternativen dazwischen sind ebenfalls möglich. Jungwölfe können sich periodisch an andere Wolfsrudel anschließen, insofern sie akzeptiert werden.

Wolfsrevier: Weltweit betrachtet gibt es für Wölfe sehr unterschiedliche Landschaftstypen, klimatische Zonen und Bedingungen. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Anwesenheit und sowohl räumliche als auch zeitliche Verteilung der vorhandenen Nahrungsquellen. Eine Anpassungsstrategie der Wölfe ist das Revier so großflächig zu gestalten um insgesamt ausreichend Nahrung finden zu können. Bei uns in Mitteleuropa können wir unter den heutigen Bedingungen davon ausgehen, dass diese Wolfsreviere zwischen 150-300km² groß sind. Wobei 150km² ziemlich klein ist. Auf dieser Fläche hält sich nur eine Wolfsfamilie auf. In Kanada, oder Sibirien können solche Reviere 1000-2000km² groß sein pro Wolfsfamilie.

Populationsdichte: Da jede Wolfsfamilie ein eigenes Revier hat kann man relativ gut die zu erwartende Populationsdichte berechnen und mit der entsprechenden Erfahrung und Sorgfalt auch überprüfen. Die Größe eines Rudels hängt von verschiedenen Faktoren ab. Basierend aus den Forschungsprojekten in Europa , kann man als statistische Zahl einen Durchschnitt von 4-6 Wölfe pro Wolfsfamilie angeben. Für eine relativ kurze Zeit können es auch mal über 10 Wölfe sein. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass bei Winterbeginn eine Wolfsfamilie mehr Mitglieder hat als im Frühjahr bzw., Anfang Sommer. Der Grund ist die Anzahl der Jungwölfe die jetzt aus zwei Generationen bestehen können. Auf die Fläche hochgerechnet bedeutet es, dass man in Mitteleuropa mit 2-3 Wölfe/100km² rechnen muss. Anhand von einzelnen Sichtungen und oder einer Fährte lässt sich keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Rudelgröße treffen. Es könnten sich kurzfristig Wolfsrudel zusammenschließen, oder eine Familie teilt sich in mehrere Gruppen auf. Es bedarf eines permanenten Monitorings.

Agonistische Verhaltensweisen: Unter diesem Begriff versteht man alle Verhaltensweisen die in der innerartlichen und zwischenartlichen Auseinadersetzung ergeben können. Wir werden dabei insbesondere die Bereiche mit den aggressiven Verhaltensweisen aufgreifen, da sich insbesondere daraus verschiedene Konfliktsituationen ergeben können.

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